Lipödem

Extrem dicke Beine und / oder Oberarme, aber eine relativ schlanke Taille: Patienten – meist Frauen- mit einem solchen Erscheinungsbild leiden womöglich unter einer krankhaften Fettverteilungsstörung, dem sogenannten Lipödem. (http://www.lymphforum.de/)

Warum entsteht ein Lipödem?

Das Lipödem ist eine chronische Funktions- und Verteilungsstörung des unter der Haut liegenden Fettgewebes an den Extremitäten, bevorzugt an den Beinen und Armen.
Das Lipödem entsteht nach der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Die krankhafte Veränderung der Fettzellen entsteht vermutlich durch eine genetische Prädisposition, aber auch hormonelle Veränderungen sowie Gewichtszunahme werden als Auslöser vermutet. Verursacht werden die Ödeme durch eine vermehrte Durchlässigkeit der Kapillaren für Flüssigkeit und einer Behinderung des Lymphabflusses. Es handelt sich nicht nur um ein kosmetisches Problem: Das Gewebe spannt und schmerzt, und schon bei geringem Druck bilden sich blaue Flecke. Die Funktionsstörung geht mit einer erhöhten Gefäßdurchlässigkeit sowie Gefäßbrüchigkeit einher. Dadurch entstehen im Tagesverlauf stärkere Ödeme sowie Blutergüsse durch kleinste Verletzungen. Die Entstehung der starken Berührungs- und Schmerzempfindlichkeit im Ödemgebiet ist noch nicht restlos aufgeklärt. Ein Zusammenhang mit dem Ödem ist aber eindeutig, da eine Entstauung (Entödematisierung) den Schmerz deutlich verringert
Das Lipödem tritt fast ausschließlich bei Frauen auf. Die Fettverteilungsstörung betrifft meist Ober- und Unterschenkel, die Hüfte und das Gesäß, seltener auch die Arme. Hände und Füße sind davon ausgenommen. Die Beine wirken im Vergleich zu dem meist schlankeren Oberkörper unproportioniert dick.
Ein Lipödem verläuft progredient, das heißt, ohne Behandlung schreitet es weiter fort. Besteht ein Lipödem über Jahre, kann sich durch das bestehende Ödem eine Überlastung und letztendlich eine Schädigung des Lymphgefäßsystems entwickeln. Dann entsteht aus dem Lipödem ein Lipo-Lymphödem. Klinisch wird das ehemals extrem weiche Gewebe jetzt zunehmend hart. Zusätzlich können alle Komplikationen eines Lymphödems auftreten.
Von klinischen Aspekt (morphologisch) unterscheidet man 3 Stadien: I II III

Glatte Hautoberfläche mit gleichmäßig verdickter, homogen imponierender Subkutis („Orangenhaut“ : Cellulite mit feinknotiger Hautoberfläche) Unebene, überwiegend wellenartige Hautoberfläche, knotenartige Strukturen im verdickten Subkutanbereich
(„Matratzenhaut“: Cellulite mit grobknotiger Hautoberfläche) Ausgeprägte Umfangsvermehrung mit überhängenden Gewebeanteilen (Wammenbildung, grobe, deformierende Fettlappen).
Im fortgeschrittenen Stadium III verhärtet sich das Gewebe zunehmend (Lipo-Lymphödem)

Welche Formen des Lipödems gibt es?

Charakteristisch für das Lipödem ist, dass die krankhaften Veränderungen immer symmetrisch auftreten, also etwa an beiden Beinen und / oder beiden Armen. Die Fettansammlungen können sich dabei aber entweder homogen über das ganze Bein und / oder Arm verteilen (sogenanntes Säulenbein oder Säulenarm) oder entweder nur den Ober- oder nur den Unterschenkel betreffen. Im späteren Verlauf finden sich zusätzlich oft umschriebene Wulstbildungen (Wammen), die vorwiegend an den Oberschenkel- und Knieinnenseiten, seltener auch im Sprunggelenksbereich lokalisiert sind.

Welche Folgen hat das Lipödem für uns?

Lipödeme führen zu körperlichen, ästhetischen / psychischen und / oder funktionellen Beeinträchtigungen:
Die klassischen Symptome des Lipödems können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Schwere- und Spannungsgefühl der betroffenen Extremitäten
  • Schmerzhaftigkeit bei Palpation oder spontan – im Tagesverlauf zunehmend
  • Ödeme – im Tagesverlauf zunehmend
  • Neigung zu blauen Flecken (Hämatomneigung)

Die betroffenen Frauen leiden häufig stark unter ihrer Erkrankung. Besonders das Selbstwertgefühl ist angekratzt, weil der immer weiter wachsende Umfang der Beine und die verschobenen Proportionen zwischen Stamm und Extremitäten ästhetisch zum Problem werden.
Über Scheuereffekte entstehen Gewebetraumatisierungen (chronisch irritative Dermatitis), über Okklusionseffekte in den Hautfalten Mazerationen und konsekutiv Infektionen. Dadurch erhöht sich das Risiko eines sekundären Lymphödems. Die Wulstbildungen an den Oberschenkelinnenseiten führen ferner zu einer Störung des Gangbildes mit Achsenfehlstellung der Beine und orthopädischen Komplikationen (vorwiegend Valgusgonarthrosen).

Wie kann man ein Lipödem behandeln?

Eine ursächliche Therapie gibt es beim Lipödem nicht, lediglich die Symptome können behandelt werden.
Die Therapie verfolgt zwei Ziele:

  • Die Beseitigung oder Besserung der Befunde und der Beschwerden (besonders Schmerzen, Ödem und Disproportion)
  • Die Verhinderung von Komplikationen. Bei fortschreitender Befundausprägung mit Zunahme v. a. der Beinvolumina steigt das Risiko von dermatologischen (z. B. Mazerationen, Infektionen), lymphatischen (z. B. Erysipelen, Lymphödem) und orthopädischen Komplikationen (Gangbildstörungen, Achsenfehlstellungen).

Für die Therapie stehen konservative und operative Verfahren zur Verfügung, die abhängig vom Lipödemstadium und auf den Patienten individuell angepasst, eingesetzt werden.
Aufgrund langjähriger Forschung und klinischer Erfahrung auf dem Gebiet der Fettverteilungsstörungen haben wir für eine effiziente Behandlung der Fettverteilungsstörungen ein sogenanntes „integratives Therapie-Konzept des Lipödems nach HIERNER“ erarbeitet in unserer täglichen Praxis erfolgreich eingesetzt.

Spezialsprechstunde „Lipödem“: Um Patienten, die unter ihren Narben leiden, schnell und umfassend helfen zu können, haben wir seit mehreren Jahren eine Spezialsprechstunde Lipödem eingerichtet.

Die Krankenkassen zahlen die Kosten für eine Narbenbehandlung bzw. Narbenkorrektur nicht automatisch. Eine Kostenübernahme kann aber im Rahmen einer Einzelfallentscheidung durch den Medizinischen Dienst der jeweiligen Krankenkasse gegeben werden. Bei der Antragsstellung zur Kostenübernahme der Behandlungskosten sind wir Ihnen gerne behilflich.